|
Verliebt in die Stadt der Liebe
Eine für uns unvergessliche Zeit begann am 01.04 dieses Jahres. Zusammen mit den Lehrern Frau Waldmeier, Herrn Menke und Herrn Lehmkühler fuhren die Differenzierungskurse Englisch/Erdkunde und Französisch für 5 Tage nach Paris.
Nach einer Busfahrt von 8 Stunden freuten wir Schüler uns auf unsere Betten in dem sehr modern eingerichteten internationalen Jugendzentrum CISP im Südosten der Stadt. Aber leider sahen die Lehrer das etwas anders. Kaum hatten wir unsere Sachen ausgepackt, begaben wir uns auf den langen Fußmarsch zum Château de Vincennes. An diesem Samstagnachmittag haben wir uns noch das Château, den riesigen Park und das ganze Viertel, welches nach unserem Geschmack etwas zu groß war, angeschaut. „Füße vertreten nach der Busfahrt“ wurde das genannt. Was waren wir glücklich, als wir später am Abend endlich schlafen durften.
Mehr oder weniger ausgeschlafen ging es am nächsten Tag zum Louvre. Doch bei strömendem Regen und bei einer endlos langen Schlange hatte keiner wirklich viel Lust zu warten. Aber da natürlich niemand ein solches Ereignis ausfallen lassen wollte, sind wir am nächsten Tag erneut dorthin gefahren und haben neben Mona Lisa noch viele andere, sehr schöne und zum Teil auch überraschend große Bilder gesehen.
Jedoch gab es an dem ersten Sonntag, an dem wir in der Stadt der Liebe waren, noch mehr Programmpunkte. Darunter die Sainte-Chapelle beim Justizgebäude. Der Besuch dort hat unsere Einstellung gegenüber dem Langweilefaktor, den Kirchen normalerweise mit sich führen, geändert. Es gab kaum „richtige“ Wände, sondern hauptsächlich riesige Glasfenster, deren Farben und Motive überwältigend waren. Da war es auch kein Wunder, dass niemand vorzeitig gehen wollte.
Ein Kontrast dazu war die Kathedrale Notre Dame. Natürlich ist dieses berühmte Gebäude, sowohl von innen als auch von außen, sehr schön, aber es schien, als sei das Glas bereits in der vorigen Kirche verbaut worden, denn Notre Dame ist sehr groß, hoch und dunkel.
Nach einem langen Gang fuhren wir mit der Metro zu La Défense, dem modernsten Viertel von Paris. Und wer der Meinung ist, dass U-Bahn fahren langweilig ist, der war noch nicht in Frankreich.
Wir waren zwar alle ziemlich platt an diesem Abend, aber wir waren uns alle einig: Paris ist eine tolle Stadt, in der man sehr viel sehen kann, und wo einem bestimmt nicht allzu schnell langweilig wird.
Mit dieser Einstellung begannen wir den zweiten Tag. Neben dem Louvre waren wir auch noch beim Centre Pompidou und auf dem Montmartre. Diese Sehenswürdigkeiten waren alle sehr kontrastreich zu dem, was wir am vorigen Tag gemacht hatten, von daher wurde uns bei keiner Sache langweilig, nur unsere Füße wollten eigentlich nicht länger mitmachen, aber wenn man in Paris ist, heißt das zwangsläufig, dass man sehr viel zu Fuß unterwegs ist.
An diesem und auch am Tag davor hatten wir natürlich, trotz der Aufstände, die sich in Paris im Moment häufen, auch Freizeit, in der wir uns das anschauen konnten, worauf wir grade Lust hatten, wie beispielsweise den Eiffelturm oder die berühmte Einkaufsstraße Champs Elysées.
An diesem Abend wollten wir ausnahmsweise nicht sofort ins Bett, denn es war ausgemacht, dass wir zusammen Pizza essen gehen. Und wer möchte sich schon nach einem so anstrengenden Tag eine schöne, große, leckere Pizza entgehen lassen? Und es erwartete uns noch eine weitere Überraschung: wir machten eine kleine Nachttour durch Paris. Mit unserem Bus sahen wir uns sämtliche Plätze an, an denen wir bereits tagsüber waren. Und bei Nacht sahen die ganzen Gebäude noch viel schöner aus, wenn dies überhaupt möglich ist.
An unserem vierten Tag in Paris beschlossen wir nach Versailles zu fahren und uns dort das Schloss anzuschauen, weil etwas in Paris zu unternehmen aufgrund des Generalstreiks an diesem Tag nicht ohne Risiko gewesen wäre. Nach einer Busfahrt von etwa einer Stunde kamen wir an: nur erwartete uns vor dem Eingang des Schlosses eine endlos Schlange. Irgendwann kamen wir dann auch endlich in das Schloss hinein, waren total beeindruckt und machten anschließend noch einen Spaziergang durch den Schloßpark. In letzterem staunten wir über das kleine Bauerndorf, das extra für Marie Antoinette angelegt worden war, weil sie sich nicht mit dem höfischen Leben anfreunden konnte. Wieder zurück in unserem Hotel waren wir dann um 6 Uhr und anschließend gingen wir dann alle noch mal in „unsere“ Pizzeria.
Leider war am nächsten Tag um 10 Uhr schon unsere Abfahrt. Auf dem Nachhauseweg wollten wir das Museum besuchen, in dem der Eisenbahnwaggon steht, wo sowohl 1918 als auch 1940 der Waffenstillstand zwischen Deutschland und Frankreich unterzeichnet wurde. Eigentlich war es schon geschlossen wegen der Mittagspause, doch dank der Überredungskunst von Herr Menke konnten wir doch noch hinein. Um 19.00 Uhr waren wir dann wieder in unserer Heimatstadt Menden.
Insgesamt war es eine lustige und interessante Fahrt, bei der so ziemlich alles reibungslos geklappt und die uns neu für das Fach Französisch motiviert hat. Anfangs gab es ja Bedenken, ob die Fahrt überhaupt stattfinden sollte, wegen der Unruhen, doch davon haben wir wirklich nicht viel mitbekommen; außer, dass es etliche Sicherheitskontrollen gab.
|